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Wiener Kryptogamen-Tauschanstaltgegründet 1896 in Wien aufgelöst 1903 in Wien belegte Namensformen der Institution: ‹Bureau pour l’échange des Cryptogames› Geschichtlicher Abriss «Wiener Kryptogamen-Tauschanstalt. Eine der eben besprochenen [= Wiener Botanische Tauschanstalt] analoge Anstalt, welche aber nur den Tausch von Kryptogamen (welche Dörfler bei seinem Unternehmen, von den Pteridophyten abgesehen, ausschloss) bezweckt, wurde im Jahre 1896 von J. Brunnthaler ins Leben gerufen. Im Februar 1897 erschien der erste ‹Jahreskatalog› dieser Tauschanstalt, der auch eine Anzahl von neuen Arten enthielt.» [Fritsch (1901): Geschichte der Institute und Corporationen, 47.]In der Allgemeine Botanischen Zeitschrift Jg. 4 ist der Jahreskatalog für 1898 annonciert. [168.] Demnach muss die Anstalt vor 1898 gegründet worden sein. Dörfler [1902: 149.] führt Joseph Brunnthaler als Leiter der Anstalt in der zweiten Auflage seines Botaniker-Adressbuches auf, in der dritten Auflage [Dörfler 1909: 211] ist dieser zwar wieder erwähnt, aber nicht in einer Funktion bei der Kryptogamen-Tauschanstalt. Weitere Sammler, die noch nicht in der CNSflora-Datenbank erfasst sind: • Fr. Baglietto [comm. https://herbarium.nrm.se/specimens/F184230] • Canepa [leg. https://herbarium.nrm.se/specimens/F184230] • P. Dietel [leg. http://herbarium.nrm.se/specimens/F405986] • Ed. Fischer [leg. in CH http://herbarium.nrm.se/specimens/F455774] • Baard Bastian Larsen Kaalaas (1851–1918) [leg. https://herbarium.emg.umu.se/collector.php?collectorID=515, https://herbarium.emg.umu.se/record.php?Original_text=tauschanstalt&Page=1&AaccNr=B259512] • H. Lojka [leg. https://herbarium.nrm.se/specimens/F66774, http://herbarium.nrm.se/specimens/F217040] • Niessl [leg. http://herbarium.nrm.se/specimens/F437053] • Palla, CZ [leg. http://herbarium.nrm.se/specimens/F395728] • «Herr Pfeiffer von Wellheim» [Allg. Bot. Z. Syst. 5: 40.] • L. Romell [e herb. http://herbarium.nrm.se/specimens/F313251] • H. Simmer [leg. https://herbarium.nrm.se/specimens/F64914, http://herbarium.nrm.se/specimens/F281264] • Talener [leg. https://herbarium.nrm.se/specimens/F88286] • Erik P. Vrag [e herb. https://herbarium.nrm.se/specimens/F64914, http://herbarium.nrm.se/specimens/F217040] Im ersten Jahreskatalog 1897 wurden einige neue Arten von Pilzen publiziert. Dies wurde sogleich von Anonymus (C. F. O. Nordstedt) kritisiert: «Svenska mikromyceter. Hr. T. Vestergren i Upsala har i den nyligen utkomne ‹Jahres-Katalog pro 1897 der Wiener Kryptogamen-Tauschanstalt› meddelat beskrifning pa 10 nya svenska svamparter. Lika olämpligt som det fordom ansågs att diagnoser meddelades i frökataloger, lika olämpligt mäste det anses att vetenskapliga originalnotiser meddelas i en sa efemär publikation som en byteskatalog.»1) Diese Kritik ist insofern berechtigt, als die Tauschkataloge der Kryptogamen-Tauschanstalt in kaum einer Bibliothek (falls überhaupt in einer) zu finden und deshalb weitgehend unbekannt sind. Das führt dazu, dass sie entweder für moderne digitale Plattformen nicht eingesehen wurden (werden konnten), wie z.B. im Datensatz zu Marssonia carnea Vestergr. in der Artdatabanken Artfakta [NamnID 397679], wo es im Konntenar heißt: «Publ.: Vestergren, 1897. Jahreskat. Wien. Kryptog. Tauschanst.: 4, not seen» [Hervorhebung CNS], oder dass die Literaturreferenz falsch angegeben wird, wie in der Datenbank BIOTA of NEW ZEALAND Ramularia buniadis Vestergr., wo als Referenz fälschlich «Jahreskat. Wiener Bot. Tauschanst. 1897 4 (1897)» [Hervorhebung CNS] angegeben wird. So wird die Art auch in aktuellen Publikationen falsch zitiert: «Ramularia buniadis Vestergr., Jahreskatalog der Wiener Botanischen Tauschanstalt 1897: 4 (1897)» in J. C. David (2004): Ramularia armoraciae. [Descriptions of Fungi and Bacteria], DOI: https://doi.org/10.1079/DFB/20056401606. MycoBank zitiert korrekt, macht aber keine Angabe, ob der Protolog konsultiert wurde: «Hendersonia septemseptata Vestergr., Jahreskat. Wien. Kryptog. Tauschanst.: 4 (1897) [MB#220100]». 1) «Schwedische Micromyceten: Herr T[ycho]. Vestergren in Upsala hat in dem neulich erschienen ‹Jahres-Katalog pro 1897 der Wiener Kryptogamen-Tauschanstalt› die Beschreibung von 10 neuen schwedischen Pilzarten mitgeteilt. So es schon vordem als unangemessen galt, Diagnosen in Samenkatalogen zu veröffentlichen, so müsste es als ebenso unangemessen angesehen werden, wissenschaftliche Originalbeschreibungen in einer derart ephemären [kurzlebigen] Publikation wie einem Tauschkatalog mitzuteilenn.» Anonymus [C. F. O. Nordstedt] (1897): Smärre notiser, 95. — Botaniska Notiser 1897, 2: 94–96. Die Kritik bezieht sich auf folgenden Artikel: Vestergren (1897): Diagnoses micromycetum praemissae. — Jahreskatalog pro 1897 der Wiener Kryptogamen-Tauschanstalt, 3–4. [referiert in: https://www.biodiversitylibrary.org/page/3443484.] Orte mit Bezug zur Institution
Herbarbelege (Auswahl)
Orthotrichum pylaisii Brid.: Norwegen, «Nordlands amt, Salten, Bodo», leg. I.S. Hagen, s.n., 1892-08-10 (Herb.-Cat.-No. PC0167532 !*).
Zeichenerklärung: ! = Beleg im Original gesehen; !* = Beleg als Abbildung / Digitalisat gesehen; n.v. = non vidi, d.h. Beleg nicht gesehen. erfasste Mitglieder • Julius Baumgartner – Id 401193• Josef Georg Brunnthaler – Id 400759 • Ingebrigt Severin Hagen – Id 401189 • Eugen Honoratius Jørgensen – Id 401192 • René Charles Joseph Ernest Maire – Id 400444 • Juan Ignacio Puiggari – Id 400516 • Pius Strasser – Id 401191 • Paul Sydow – Id 400958 • Jacob Tycho Conrad Vestergren – Id 401194 • Alexander Zahlbruckner – Id 401190 Abbildungen
Abb. 1: Erster Aufruf zur Einsendung von Offertenlisten (1896). [Quelle: Verh. K. K. Zool.-Bot. Ges. Wien 46, 7: [Titelseite]; Urheber: Brunnthaler; Not in Copyright (Public Domain)]
Abb. 2: Ankündigung des ersten Tauschkataloges (1897). [Quelle: Oesterr. Bot. Z. 47, 2 (II.1897): 72.; Urheber: Brunnthaler; Public Domain]
Abb. 3: Anzeige der Wiener Kryptogamen-Tauschanstalt (1902). [Ausschnitt aus Quelle: Dörfler (1902): Botaniker-Adressbuch: 2. Aufl.; Urheber: Biblioteca Digital, Real Jardín Botánico; Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0] Anmerkungen Zum Gründungsdatum: In der Literatur heißt es stets, die Anstalt sei 1897 gegründet. Bereits per 15. April 1896 teilt aber der Präsident der Société botanique de France mit, dass diese Anstalt gegründet worden sei. [https://www.biodiversitylibrary.org/page/58923985] Daher muss das Gründingsdatum vor diesem Datum liegen.Autor dieses Biogramms: Christof Nikolaus SchröderQuellen in chronologischer Sortierung Robin (2004): Éléments pour une histoire culturelle de la botanique moderne, 59. — ARIHS 54, 153: [49]–71.![]() Die originären Texte dieses Biogramms sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Bezüglich anderer Elemente (z.B. Bilder) können andere Regelungen gelten, die möglicherweise Rechte Dritter betreffen.
Datensatz erzeugt: 2026-06-16 20:08:46 • letzte Änderung: 2026-06-16 20:08:46
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